Auf dem Weg in eine andere Welt

Wer hätte das gedacht? Bereits am ersten Tag gab es etwas zu erleben. Und damit ist nicht der 12 Stunden-Flug gemeint. Oder die Tatsache, dass ich das erste Mal im Leben auf der Südhalbkugel angekommen bin. Nein, das Ereignis fand im Zug von Sontheim im Unterallgäu nach München statt.
Ich weiß nicht wie es anderen geht. Vor einer solchen Reise um die halbe Welt bin ich etwas nervös und aufgeregt. Bis ich im Zug sitze. Da weiss ich, dass es jetzt endlich los geht. Nach ein paar Minuten kann ich dann die Gedanken schweifen lassen und ich freue mich auf die Tage abseits der westlichen Konsumwelt. Kein hektisches Treiben im Geschäft, sondern richtig loslassen. Selbst wenn wir im Komodo Nationalpark, Indonesien keinen Fisch zu Gesicht bekommen würden, ich freue mich auf ein paar Stunden Unterwasser. Für mich hat das etwas Meditatives. Das ist auch die Antwort auf die Frage, warum ich denn im Kaltwasser bei schlechter Sicht gerne Tauchen gehe.
Und mitten in diese Gedanken springen drei Frauen. Nicht im Neonprenanzug! Im schicken Tommy Hilfiger Lederjäckchen und Gucci-Täschchen. Drei Mittdreißigerinnen – vermutlich aus der Ecke Schweiz/Bregenz/Lindau. Bis dahin habe ich nur geahnt, dass frau sich über weit mehr als eine Stunde über Shopping und Klamotten unterhalten kann. Warum nur erahnt? Ich hatte bisher Fluchtmöglichkeiten – heute im Zug leider nicht.
Kann man eigentlich in Berlin oder Salzburg besser shoppen? Eine Frage, bei deren 15minütiger Erörterung ich niemals dabei sein wollte. Außerdem habe ich mich noch nie so akribisch auf einen Einkauf vorbereitet – zumindest nicht bei Dingen die kein Stromkabel dran haben. Circa 6 Seiten Kleingedrucktes aus dem Internet. Vor allen Dingen Handtaschen.
Zum Glück saßen die drei nicht im Flieger neben mir…

Frank

Frank hat erst 2010 mit dem Tauchen angefangen. Seitdem gehört für ihn Reisen, Fotografieren und Tauchen zusammen.